Baugrundgutachten, auf die Sie bauen können.
MEHR ERFAHRENIn-Situ-Prüfungen bilden das unverzichtbare Rückgrat der Baugrunderkundung in Witten und im gesamten Ruhrgebiet. Anders als Laborversuche an entnommenen Proben liefern Felduntersuchungen Kennwerte unter den tatsächlich vorherrschenden Spannungs- und Lagerungsbedingungen. Diese Kategorie umfasst alle direkten Messverfahren, die auf der Baustelle selbst durchgeführt werden, um die Tragfähigkeit, Dichte oder Durchlässigkeit des anstehenden Bodens zuverlässig zu beurteilen. Gerade in einer Stadt wie Witten, die durch jahrhundertelangen Bergbau, heterogene Auffüllungen und wechselhafte geologische Formationen geprägt ist, sind realitätsnahe Prüfwerte für die Standsicherheit und Wirtschaftlichkeit eines Bauvorhabens essenziell.
Die lokale Geologie im Raum Witten stellt Planer und Gutachter vor besondere Herausforderungen. Das Stadtgebiet liegt am Übergang des rechtsrheinischen Schiefergebirges zur Westfälischen Bucht und wird von den Sedimenten des Karbon und der Kreide dominiert. Oberflächennah stehen häufig Verwitterungslehme, Lösslehmdecken und Flusssedimente der Ruhr an. Besonders kritisch sind die oft unkontrolliert verfüllten ehemaligen Zechen- und Industriegelände, die sogenannten Künstlichen Auffüllungen. Diese anthropogenen Böden weisen stark schwankende Zusammensetzungen und Lagerungsdichten auf, was eine sorgfältige Verdichtungskontrolle unumgänglich macht. Hier kommt die Felddichtebestimmung (Sandkegelverfahren) als Referenzverfahren zur direkten Dichteermittlung zum Einsatz.

Die Durchführung und Auswertung sämtlicher In-Situ-Prüfungen in Deutschland unterliegt einem strengen technischen Regelwerk. Maßgebend ist die DIN EN ISO 22476-Reihe für geotechnische Erkundungen sowie die DIN 18134 für den Plattendruckversuch. Ergänzend sind die Empfehlungen des Arbeitskreises 'Baugrunddynamik' der DGGT sowie die ZTV E-StB für den Erd- und Straßenbau bindend. Im Bereich der Wasserdurchlässigkeit regeln die DIN EN ISO 22282-Reihe und die klassischen Verfahren nach Lefranc und Lugeon die Ermittlung des Durchlässigkeitsbeiwerts. Ein belastbares Baugrundgutachten muss diese Normen zwingend referenzieren, um von den Prüfämtern anerkannt zu werden. Der Plattendruckversuch (PLT) ist dabei die zentrale Normprüfung zur Bestimmung des Verformungsmoduls Ev2 und des Bettungsmoduls.
Das Anwendungsspektrum der In-Situ-Prüfungen in Witten reicht vom klassischen Hoch- und Tiefbau über den Verkehrswegebau bis hin zu anspruchsvollen Spezialtiefbauprojekten. Ob es um die Gründung eines Einfamilienhauses auf einem ehemaligen Zechenstandort, die Errichtung einer Regenrückhalteanlage oder den Neubau eines Gewerbekomplexes geht – stets ist die Bestätigung der rechnerischen Annahmen durch Feldversuche gefordert. Besonders bei der Beurteilung der Versickerungsfähigkeit im Rahmen der Entwässerungsplanung ist der Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) unverzichtbar, da Laborwerte an kleinen Proben die Klüftigkeit oder Makroporen des Untergrunds oft nicht realistisch abbilden können. Auch für den Nachweis einer ausreichenden Verdichtung von Leitungsgräben oder Arbeitsraumverfüllungen sind Plattendruckversuche und Dichtebestimmungen Standard.
In-Situ-Prüfungen werden direkt auf der Baustelle im ungestörten Bodenverband durchgeführt und erfassen den Einfluss von Gefüge, Spannungszustand und Klüftung. Laborversuche hingegen analysieren entnommene Proben unter kontrollierten Bedingungen, können aber Störungen durch die Probenentnahme nicht vollständig ausschließen. Feldversuche liefern daher meist realitätsnähere Kennwerte für die Bemessung.
Im Straßen- und Tiefbau dominieren der statische Plattendruckversuch nach DIN 18134 zur Prüfung der Tragfähigkeit von Planums- und Frostschutzschichten sowie die Felddichtebestimmung mit dem Sandkegelverfahren. Für den Kanalbau und Versickerungsanlagen werden zusätzlich Felddurchlässigkeitsversuche nach Lefranc oder Lugeon verlangt, um die hydraulische Leitfähigkeit des Untergrunds zu bestimmen.
Ehemalige Bergbauflächen sind oft durch heterogene, unkontrolliert geschüttete Auffüllungen und potenzielle Tagesbrüche gekennzeichnet. Laborproben können die stark schwankende Lagerungsdichte und die Hohlraumstruktur nicht repräsentativ abbilden. Nur In-Situ-Prüfungen wie Rammsondierungen, Plattendruckversuche und direkte Dichtebestimmungen liefern die notwendige Datengrundlage, um Setzungsrisiken und Standsicherheitsdefizite zuverlässig zu erkennen.
Die zentralen Normen sind die DIN EN ISO 22476 für Drucksondierungen, Rammsondierungen und Flügelscherversuche, die DIN 18134 für den Plattendruckversuch sowie die DIN EN ISO 22282 für Wasserdurchlässigkeitsversuche. Ergänzend gelten die Empfehlungen des DGGT-Arbeitskreises Versuchstechnik Fels und die ZTV E-StB. Ein normkonformes Baugrundgutachten muss diese Regelwerke zitieren.