GEOTECHNIK
WITTEN
StartseiteErkundungSPT (Standard Penetration Test)

SPT-Bohrung in Witten: Normgerechte Drucksondierung nach DIN EN ISO 22476-3

Baugrundgutachten, auf die Sie bauen können.

MEHR ERFAHREN

Witten liegt auf rund 104 Metern Höhe am Nordrand des Rheinischen Schiefergebirges, wo die Ruhr das Gelände in weiche quartäre Talaue und harte carbonische Festgesteine gliedert. Diese geologische Zweiteilung prägt die Anforderungen an jede Baugrunderkundung: Was auf dem flachen Mergel der Innenstadt trägt, wird am Hang zur Ardeyhöhe zum Risiko. Für Bauvorhaben zwischen Herbede und Annen setzen wir den Standard Penetration Test ein, weil er in dieser heterogenen Umgebung verlässliche Kennwerte für Lockergesteine liefert. Das Bohrteam unseres Labors führt den SPT nach DIN EN ISO 22476-3 durch und bringt Erfahrung aus über 200 Kampagnen im mittleren Ruhrtal mit, wo der verwitterte Ruhrsandstein oft in wenigen Metern Tiefe ansteht.

Die N₃₀-Werte aus der SPT-Bohrung liefern die Grundlage für jede Setzungsberechnung im Lockergestein des Ruhrtals – ohne diese Kennziffer bleibt die Bemessung spekulativ.

Unsere Leistungsbereiche

Ablauf und Umfang

Zum Einsatz kommt ein hydraulisches Sondiergerät auf Raupenfahrwerk, das auch im schwer zugänglichen Gelände oberhalb der Ruhrwiesen arbeiten kann. Das Gestänge nimmt eine Standard-Sondier spitze mit 51 Millimeter Außendurchmesser auf, und das Rammbär-Fallgewicht von 63,5 Kilogramm wird über ein automatisches Auslösesystem exakt aus 760 Millimeter Höhe fallengelassen. In Witten protokollieren wir die Schlagzahlen N₁₀ je 10 Zentimeter Eindringung und korrelieren sie mit dem Bohrgut aus der durchgehenden Kernbohrung. Bei rolligen Böden mit geringem Feinkornanteil wird die Sondierung oft mit einer Korngrößenanalyse kombiniert, um die Lagerungsdichte nach DIN 18126 zu klassifizieren. In bindigen Schichten ergänzen die Atterberg-Grenzen die Zustandsbewertung, weil die Schlagzahl allein bei Tonen und Schluffen nicht ausreicht.
SPT-Bohrung in Witten: Normgerechte Drucksondierung nach DIN EN ISO 22476-3
Technische Referenz — Witten

Lokaler geotechnischer Kontext

In einem aktuellen Projekt am Nordhang des Hohensteins stießen wir unter drei Metern Hanglehm auf eine stark verwitterte Grauwacke mit N₃₀-Werten über 50, während im Talgrund nur 80 Meter entfernt SPT-Zahlen unter 10 für fluviatile Sande gemessen wurden. Diese sprunghafte Veränderung auf kurzer Distanz ist typisch für Witten und zeigt, dass pauschale Annahmen aus dem Baugrundatlas nicht reichen. Werden die SPT-Ergebnisse nicht punktuell entlang der geplanten Gründungsebene erhoben, drohen ungleiche Setzungen, die später teure Nachverpressungen unter der Bodenplatte erzwingen. Unser Labor erfasst die Schlagzahlen lückenlos im Bohrprofil und kennzeichnet jeden Übergang vom Lockergestein zum Fels, damit der Tragwerksplaner die Gründung auf den tatsächlichen Untergrund abstimmen kann.

Benötigen Sie eine geotechnische Bewertung?

Antwort innerhalb von 24h.

E-Mail: kontakt@geotechnik.sbs

Normativer Rahmen

DIN EN ISO 22476-3:2022-05, DIN EN 1997-2 (Eurocode 7: Ergänzungen zur Erkundung), DIN 4020: Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke, DIN 18196: Erd- und Grundbau – Bodenklassifikation

Technische Daten

ParameterTypischer Wert
Fallgewicht Rammbär63,5 kg (±0,5 kg)
Fallhöhe760 mm
Sondier spitze Außendurchmesser51 mm
GestängeAW-Stangen, 43 mm Durchmesser
Schlagfrequenz30–40 Schläge/min
Eindringstrecke je Messintervall3 × 150 mm
Korrelationsnorm für N₆₀DIN EN ISO 22476-3

Gängige Fragen

Was kostet eine SPT-Bohrung in Witten pro Ifdm?

Für eine SPT-Bohrung in Witten bewegen sich die Kosten je nach Tiefe und Zugänglichkeit des Bohrpunktes zwischen €510 und €650 pro Bohrung bis 10 Meter Tiefe. Zusätzliche Meter werden nach Aufwand abgerechnet, ebenso eventuelle Kernbohrungen im Festgestein, die im carbonischen Untergrund von Witten ab etwa 6–8 Meter Tiefe erforderlich werden können.

Welche Korrekturfaktoren wenden Sie auf die SPT-Schlagzahlen an?

Die gemessenen N-Werte korrigieren wir nach DIN EN ISO 22476-3 auf N₆₀, also bezogen auf 60 Prozent der theoretischen Freifallenergie. Dabei werden der Energieübertragungsgrad des Rammbären, der Seilreibungsverlust beim manuellen Auslösen, die Gestängelänge und der Bohrlochdurchmesser berücksichtigt. Bei bindigen Böden in der Wittener Talaue prüfen wir zusätzlich, ob eine Korrektur auf den Überlagerungsdruck nach Liao & Whitman sinnvoll ist.

Reicht der SPT für die Gründungsbeurteilung im Wittener Festgestein aus?

Nein, sobald das carbonische Grundgebirge erreicht wird, liefert der SPT keine aussagekräftigen Werte mehr, weil die Eindringung in den Fels minimal ist und N-Werte über 50 keine Differenzierung zulassen. In diesem Fall setzen wir die Bohrung als Kernbohrung fort und entnehmen Felskerne für einaxiale Druckversuche. Die Kombination aus SPT im Lockergestein und Kernbohrung im Fels ist in Witten die Regel, weil die Gründungstiefe oft genau im Übergangsbereich liegt.

Wie viele SPT-Bohrungen sind für ein Einfamilienhaus in Witten erforderlich?

Nach DIN 4020 und den Empfehlungen des Arbeitskreises Baugrund in NRW sind für ein Einfamilienhaus in Witten mindestens zwei bis drei SPT-Bohrungen erforderlich, verteilt über die Bauwerksfläche. Bei Hanglagen oder bekannter Heterogenität des Untergrunds – etwa im Bereich ehemaliger Ruhrmäander – empfehlen wir eine Verdichtung auf vier Bohrungen, um die laterale Varianz der Schlagzahlen sicher zu erfassen.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Witten und Umgebung. Mehr Info.

Größere Karte ansehen